Schlagwort-Archive: Prenzlauer Berg

Das Niesen: Ein Café mit Séparée

Im Frühjahr ging das Café Niesen weltweit durch die Presse, da es einen separaten Raum, gedacht als Ruheraum ohne Kinder, eingerichtet hatte. Der Raum ist durch einen Nebeneingang und einem Korridor, an dem jeweils außen ein kleiner Zettel klebt: „Neu: Für Ältern ohne Kinder“ zugänglich.

Wegen dieser „kinderfreien Zone“ wurde das Café Niesen in der Boulevardpresse als kinderfeindlich abgestempelt. Ich kann diesen medialen Aufschrei bis in die ausländische Presse nicht nachvollziehen, denn das Café ist alles andere als kinderunfreundlich. Auch bei meinem letzten Besuch im Café fanden sich viele Gäste mit Kindern ein. Alles lief gut nebeneinander her, so wie man  es als Gast schon seit Jahren gewohnt ist.

Das Niesen liegt etwas weit ab vom Schuss, am „anderen“ Ende des Mauerparks,Ecke Schwedter Straße/Korsörer Straße und versteht sich als Kiez-  und nicht als Szenecafé. Das Mobiliar besteht aus durcheinander gewürfelten Sperrmöbeln und sorgt damit für eine gepflegte Stillosigkeit, die ich Wohnküchenflair nennen würde.

Das mag vielleicht daran liegen, dass ein Geruch durch die Räumlich- keit zog, der an Oma’s Küche erinnert. Auch das Angebot an Kuchen und anderen Leckereien erinnert eher an einen Privatverkauf als an ein Gaststättengewerbe, so als habe die Oma ihren Kuchen anzubieten.

Die Medienkampagne scheint  das Café Niesen zum Glück   gut  überstanden zu haben,  denn Monate danach ist es  nach wie vor gut besucht, mit oder auch ohne Kinder. Das Café war und ist ein recht nettes familienfreundliches Café.

An dieser Stelle möchte ich  erwähnen, dass ich woanders im Prenzlauer Berg ein Café kenne, an dem gleich an der Eingangstür ein Aufkleber mit durchgestrichenem Kinderwagen zu sehen ist.

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Intimes, Sanatorium23 und die M10

Bei meinem Streifzug durch Friedrichshain am letzten Samstag ging es zuerst in das Café neben dem Kino Intimes, danach noch ins Sanatorium²³. Viel gibt es zu dem Kino-Café Intimes nicht zu erzählen, für mich ist es eben ein ganz normales Café in der Boxhagener Straße.

Zu dieser Straßenecke Boxhagener Str./Simon-Dach-Str. gibt es ein YouTube-Video von Berlin Street View

Ich habe nur den Eindruck, dass das Café „Intimes“ sehr gut von Lesben besucht wird. Nachdem wir uns dort gut ausgequatscht hatten, ging es zum Sanatorium²³. Das ist eine Bar, Lounge, Café und Club in einem auf der Frankfurter Allee. Auf Grund der Lautstärke ist eine Unterhaltung etwas anstrengend, außer man sitzt draußen davor. Hier findet man eher szenigere Leute. So richtig gut besucht habe ich diese Lounge noch nicht erlebt. Trotzdem mag ich sie, allein schon wegen des Namens, der Ausstattung und der Internetpräsenz. Die könnte allerdings mal häufiger aktualisiert werden, z. B. findet man häufig nicht an dem Tag das aktuelle Programm, z. B. welcher DJ dort am Wochenende auflegt. Weiterlesen

Deck 5 – eine Skybar über den Dächern des Prenzlauer Bergs

Oben auf dem Deck 5, das sich auf dem Parkdeck der Schönhauser Allee Arcaden befindet, mit einer Freundin angekommen stand dort so ein Mann in Securitymanier zum Eingang der Bar hin. Ich meinte zu ihm, daß er so den Eindruck eines Türstehers mache. Das sei richtig und er wollte von uns wissen, ob wir vom Bodo-Club (?) seien. Wovon genau, haben wir akustisch nicht verstanden. Meine Freundin meinte gleich „Ja ja, Klein und Kafka. Kennen sie nicht?“ „Nein, sagt mir nichts“. „Dann schauen sie mal nach, Klein und Kafka“. Wir sind dann weiter zur Bar gelaufen. O. K. bei einem Euro Eintritt, war das kein großes Ersparnis. Nach geschlossener Gesellschaft sah es auch nicht aus. Ab 19 Uhr scheint ein Eintritt von einem Euro üblich zu sein. Zu Mittagszeit wurde hier noch nie Eintritt genommen und auch ist es dann eher sehr ruhig auf dem „Deck 5“.

Wir hatten einen schönen Abend und Frau Kafka hatte  interessante Erzählthemen: „…wer hier nicht irgendwie anders sexuell ausgerichtet ist wie auto-sexuell,  bisexuell, homosexuell, transsexuell, metro-sexuell … oder irgendwie anders ist oder kein drittes Ohr hat wird hier in Berlin ausquartiert! Am liebsten würde ich mir ein Schild umhängen mit dem Schriftzug:  Sorry, ich bin heterosexuell… und auf jeden Fall sind die Schwulen hier schon etablierter als Lesben…“

Ein netter lustiger Abend im Umfeld von recht gediegenem Volk. Die Temperatur war oben auf jeden Fall geschätzte 5 Grad kühler als unten und dazu zog noch ein Lüftchen über das Deck. Einen schönen Blick über die Dächer des Prenzlauer Bergs, in lazy Atmosphäre, Lounge-Musik, Liegestühlen und tonnenweise Sand, konnte man doch im Großen und Ganzen sehr gut da „oben“ den hoch sommerlichen Abend genießen.

Kleine Eiszeit, Cholila und Links vom Fischladen

Seit vielen Jahren beobachte ich, dass spätestens ab 16 Uhr bei schönem Wetter im Sommer vor der Eisdiele Kleine Eiszeit eine Warteschlange sich bildet. Überwiegend wird es von Müttern mit ihren Kindern befallen. Für die Fußgänger ist vor der Eistheke kein Durchkommen. Meiner Meinung wird die „Kleine Eiszeit“ seit Jahren einfach nur gehyped, Weiterlesen

Noch mal das "Wohnzimmer"

Zum  „Wohnzimmer“ am Helmholtzplatz gibt es jetzt noch schöne Bilder vom „kondukteur“-  GeoCaching BlogBuch auf WordPress.

Freundlicherweise hat er für mich am Samstag einige Bilder dort geschossen.

Nun war ich auch  mal  an einem Vormittag im „Wohnzimmer“ und ich muss sagen die Atmosphäre dort war sehr relaxed, gemütlich und auch anheimelnd. Sicherlich hat dieses Wohnzimmer-Ambiente dazu beigetragen, dass es ein schönes Treffen mit netter Unterhaltung wurde.

Cafés mit Wohnzimmer-Ambiente

In Berlin findet man zuhauf mit Sperrmüllmobiliar eingerichtete Bars und Cafés. Das hat nicht nur Charme, sondern auch Stil. Das wird nicht jedermanns Geschmack sein, aber die Cafés sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Das „Wohnzimmer“ am Helmholtzplatz (Lettestraße) hat Kultcharakter. Gemütliche Sofas und Sessel, zum Teil schon antik bis trashig, sorgen in diesem Café für das überzeugende Wohnzimmerambiente. Die Möbel wirken runter gekommen, aber nicht „ranzig“. Abends wirken die Wände bei schummrigen  goldfarben. Im Sommer kann man an diesem Eck-Café/Bar schön draußen sitzen. Hier herrscht Selbstbedienung und es kann ein wenig dauern bis man seine Bestellung aufgegeben hat. Hackenschuh-Trägerinnen aufgepasst, die Holzbodendielen weisen große Spalten auf, so dass Sturzgefahr besteht.

"Wohnzimmer"

Wenige Meter vom „Wohnzimmer“ entfernt findet man in der Schliemannstraße 31, das „Intersoup“. Diese location ist Kneipe, Café, Club und Restaurant in einem. Der Name ist Programm: es gibt ein vielfältiges Suppenangebot. Hier finden häufig Livegigs statt oder ein Dj sorgt für gute musikalische Unterhaltung. Auch hier ist  Selbstbedienung. Der Service ist zügig und die Preise für Prenzlauer Berg-Verhältnisse niedrig. Auch geeignet um zu später Stunde zu versacken, dazu laden alte Sofas und Sessel zum lümmeln einfach ein. Eine location, die für Prenzlauer Berg ein Relikt ist.

Neben dem „Wohnzimmer“ gibt es noch eine weitere Eckkneipe in P’berg, die in Sperrmöbelschick ausgestattet ist. Die „Kohlenquelle“ oder auch „Koppe“ genannt befindet sich in der Kopenhagener Str. /Sonnenburger Str. Ein nettes Café mit recht nettem Publikum ist anzutreffen. Genau an der Ecke führt eine Brücke über die Ringbahn und wenn man die „Terrasse“ nutzt, kann man bei sonnigen Wetter, den Kinderboom in Prenzlauer Berg sehr gut nachvollziehen. Das Publikum ist auch nicht nur ganz jung. Auch Leute über 30 Jahren finden hier ihren „Platz“. Eine eigene homepage scheint es nicht zu geben, aber ein Video von der „Koppe“, das eher als eine Hommage für Berlin ist als ein Video über das Café.

Das älteste Café dieser Art dürfte das Café „An einem Sonntag im August“ sein. Hier finden auch Lesungen wie „Erotisches zur Nacht“ statt. Die Preise sind etwas ziviler, erschwinglicher als in den anderen Cafés und dazu liegt es noch sehr günstig gelegen, direkt am Anfang der beliebten „Castingallee“ (Kastanienallee). Hier findet man gemütliche Sofaecken, die das nötige Wohnzimmerflair rüber bringen. Dem einem oder anderen mag das zu „ranzig“ sein. Im Sommer kann man draußen zwischen Liegestühlen und Hollywood-Schaukeln wählen und dabei das bunte Fußvolk beobachten. Das Publikum ist eher jung, überwiegend Studenten, kaum jemand weit über 40 J. Die Bedienung ist eher etwas langsam. Dafür kann man sich für 2,95 Euro am Buffet bedienen.

Im Gegensatz zu den anderen Cafés/Bars hat das Café „Mein Haus am See“ Öffnungszeiten, wie man sie sich in Berlin wünscht: durchgehend geöffnet. Der Name ist ein wenig irreführend, hier liegt weder ein See in der Nähe, noch ist es hier in der Umgebung nur annähernd idyllisch oder ruhig. Dafür ist es innen sehr atmosphärisch und es gibt genug Space. Das Mobiliar besteht überwiegend aus älteren skandinavischen Sitzgruppen. Daneben gibt es noch eine Art Tribüne als Sitzgelegenheit. Draußen gibt es keine Sitzmöglichkeiten.
Sehr zu empfehlen, viell. aufgrund der Süße eher von Frauen bevorzugt, ein Sekt auf Holundersirup. Freundliche Bedienung, dafür sind die Preise leicht „gesalzen“ und an „Mitte“ angepasst.