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Klubnacht im Berghain

Am vergangenem Samstag stand wieder eine Klubnacht des Berghains auf dem Programm. Ab 6 Uhr Sonntagmorgen legten die DJs Ben Klock und Fiedel auf.

Ich fand es schwierig sich an dem Wochenende zu entscheiden. Es fanden viele mehrtägige Veranstaltungen statt, die sich auch sehr viel versprechend lasen: Berliner „Luft & Liebe“ im Yaam am Ostbahnhof  und die „Krake“-Abschlussparty im Suicide Circus. Dennoch entschied ich mich für das Berghain, alleine aus dem Grunde weil Ben Klock auf dem running order stand und die Möglichkeit ja bestand, noch die location zu wechseln, wenn es blöd sein würde. Als ich gegen halb acht ankam, hatte sich schon eine 100 m lange Schlange vor der Tür des Berghains gebildet. Es gibt Sonntage, an denen ist um diese Uhrzeit vor der Tür nichts los. Ich frage mich immer, wovon das abhängt.

Ich fand es super. Die Stimmung war gut, die Musik plätscherte nicht wie bei meinem letzten Besuch nur vor sich hin, sondern sie klang interessant. Einen location-Wechsel zog ich also für mich nicht in Betracht. Ich war völlig überrascht, was Fiedel so abgeliefert hat.  Endlich mal ein DJ, der nicht nebenbei raucht und rumwippt, sondern sich ganz auf die Arbeit konzentriert. Viele tracks, die er auflegte waren mir sogar bekannt. Den von Len Faki Mekong Delta schienen auch die meisten anderen Leute zu kennen, denn die Masse grölte. Es wurden aber auch ältere Stücke eingearbeitet, wie z. B. eines von Plastikman, Helikopter. Gemein dagegen fand ich, dass von Marmion Schöneberg (1993)  nur ganz wenige Takte zu hören waren und dann ging es auch schon mit etwas anderem weiter. Echt fies. Es wurde auch Energy Flash von Joey Beltram von 1990 gespielt. Ich staune nur, dass so ein altes Stück noch Verwendung findet und es praktisch gar nicht auffällt, dass es schon 20 Jahre alt ist.

Ich wunderte mich nur, wie Fiedel von 10 Uhr bis open-end auflegen konnte, während ich gegen 17 Uhr das Berghain verließ.

Richtig gut kam auch „Martyn feat. Spaceape – Is this Insanity (Ben Klock Mix)“

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Bei der Hitze… open air party oder club?

Die Tanzfläche vom Berghain war gegen halb acht gut gefüllt und das auch noch später um 11 Uhr am Sonntagmorgen. Aber von Len Faki keine Spur. Als mir auch die 3. Person nicht sagen konnte, ob Len Faki schon aufgelegt hatte, gab ich es auf weiter zu fragen. Nun war es so wie ich es auch schon mal vor einiger Zeit im Berghain in Erinnerung hatte: Die Musik plätschert vor sich hin, die Leute tanzten z. T. sehr gelangweilt. Die Leute gefielen mir irgendwie auch nicht. Nicht, dass man den Leuten das Nicht-aus-Berlin-Kommen hätte ansehen können, aber so eine gewisse Berliner Lässigkeit fehlte mir und die „Atmo“ war auch nicht gerade euphorisch.

Klar, bei dem Wetter trieben sich viele bei den Open-air-partys rum, z. B. fand an der Michaelkirchbrücke um 12 Uhr ein Umsonst & Draußen -event „Licht und Liebe“ statt und es lief ja schon seit Samstagnacht am Markgrafendamm Nähe Ostkreuz eine Veranstaltung und das auch alles mit zum Teil sehr guten DJs. Dann gab es noch vom „Salon – zur wilden Renate“ eine Veranstaltung, wo der Veranstaltungsort erst morgens bekannt gegeben wurde.

Mir ist es zu unangehem in der Mittagshitze ohne Garantie auf Schatten zu tanzen. Aber wie man sah, haben auch andere diese Vorliebe bei hoch sommerlichen Temperaturen lieber im Club zu tanzen als draußen.

Len Faki im Berghain

Len Faki steht für die kommende „Klubnacht“ am Samstag des Berghains auf dem line-up. Hinter den turntables wird er vermutlich nicht vor Sonntagvormittag stehen. Das klingt sehr vielversprechend und könnte eine gelungene Party werden. Der Wahlberliner, als Resident-Dj des Berghains bekannt, war stets ein Garant für volle Tanzflächen und jubelndes Publikum. Sein Stil ist einfach unverwechselbar, und wie sehr schön auf myspace beschrieben:

“His communicative DJ style makes him a true gentleman behind the turntables, an artist whose sets are passionate, powerful and never committed to one sub genre or style. His fingertips are like sensors on the Richter scale, and anticipating and triggering eruptions on the floor.“

Für das Berghain Label Ostgut Ton produzierte er 2007 u. a. „Mekong Delta“:

Berghain nur noch auf Platz 8

Beim Rumgooglen stieß ich gestern auf diese Nachricht:

„Das-Berghain-ist-nicht-mehr-der-beste-Club-der-Welt“

Man staune, war es doch letztes Jahr noch zum besten Club der Welt vom Fachmagazin „„DJMag“ gekürt worden.  Aber ich hatte mich sowieso in den letzten Monaten häufiger gefragt, warum, wieso  gerade das „Berghain“ der beste Club der Welt sein soll. Klar ich mag das „Berghain“ auch, gerade wenn ich auch mal Leute um die 40  und abgeklärtes Publikum um mich haben möchte, durchgehend tanzen will und ein bestimmtes feeling erreichen möchte. Das „Watergate“, dieses Jahr auf Rang 13  ist mir von den Leuten her zu jung und zu „geleckt“ . Habe mich immer gefragt, was ist denn nun sooo toll am Berghain, dass es gleich der beste Club der Welt sein soll. Früher, also vor 15-20 Jahren brauchte man so rein Ranking nicht. Das „E-Werk“ z. B.  war auch weltweit bekannt und sehr beliebt, ohne dass es gleich zu irgendwas gekürt werden musste. So habe ich es jedenfalls in Erinnerung.

Nun stehen unter den ersten 8 Plätzen auch drei Clubs aus Ibiza, die ich auch schon mal besucht habe, allerdings ist das jetzt auch schon über 10 Jahre her. Das „Pacha“ war mir damals zu „sauber“, mit Servicekräften die die Getränkebestellung an den Tischen aufnahmen. Da fehlten nur doch die Tischdecken. O.k. wie das heute dort ist, kann ich nicht beurteilen. Es ist ja  auch immer eine Frage, wer bewertet was, wer sind die Leser von „DJMag“…. und was erwartet man von einem Club.

Ach, ich denke, damit kann das „Berghain“ und Berlin gut leben und es macht den Club unter den Berliner Szenegängern vielleicht wieder attraktiver.

Berghain am 23.05.2010

Nach einiger Zeit war ich mal wieder im Berghain. Wie es sich gehört, geht der Berliner vormittags dort hin. Ich war kurz nach 8 Uhr angekommen. Ungewöhnlich dass um diese Zeit Leute vor der Tür warteten. Viell. auch nicht, denn Ellen Allien stand für diese Zeit auf dem running order.  Dies war für mich auch ein Grund, mal wieder ins Berghain zu gehen. Mich ließ gleich eine Frau vor. Mir war auch sofort klar, warum sie es tat. Ich diente sozusagen als Puffer zwischen ca. zehn Leuten, damit sich diese Gruppe evt. nicht als Tourigruppe outen musste.  Sie bequatschten gerade ob es sinnvoller wäre in Deutsch oder Französisch zu sprechen, um die Einlasschance zu erhöhen. Die Gruppe wurde reingelassen.

Es war einfach eine geniale Party. Frage mich warum ich in letzter Zeit immer so über das Berghain genörgelt habe. Es fehlte mir immer was, konnte es aber nie genau definieren was es war. Mir gefiel der Sound immer nicht so richtig und irgendwie fand ich die Musik sonst immer so langweilig. Es gab irgendwie mir keinen Kick. Meistens wechselte ich dann ständig zwischen Panoramabar und Berghain-dancefloor hin und her. Das war dieses Mal nicht notwendig. Nur Ellen Allien habe ich glatt verpasst. Denn sie legte in der Panoramabar auf und nicht am Berghain-dancefloor, wo ich auf Grund der super guten  Stimmung hängen blieb. Die Leute waren offensichtlich in guter Feierlaune. Die Masse grölte hin und wieder. Die Tanzfläche war für diese Uhrzeit ungewöhnlich gut gefüllt, aber es gab noch genug Platz um sich tanzmäßig zu verausgaben. Die Musik war schön stampfig, bassig und Sound war sehr gut. Ben Klock hat einfach genial aufgelegt.

Hin und wieder trifft man ja auch Leute von „früher“, also Leute die man schon vor 10-20 Jahren irgendwo in den clubs auf der Tanzfläche gesehen hat  So sprach mich jemand an, der sich freute mich wiedererkannt zu haben, auch auf Grund meines Tanzstiles und es hieß u. a. „schön, dass du immer noch dabei bist“. Auch ich habe jemanden wiedererkannt, den ich zuletzt vor 10 Jahren gesehen und gesprochen habe. Wir unterhielten uns längere Zeit an der Bar. Er fand es an diesem Tage auch mal ausnahmsweise und ausgesprochen gut im Berghain.

Nach wie vor und immer noch ist es wohl sehr beliebt Poppers einzuatmen.  So sah ich ständig, Schwule die sich dieses Zeug unter die Nase hielten

Irgendwann (gefühlte 13:30) ließ ich mir von einer Frau die Uhrzeit geben: 16:45! Kein Wunder, dass ich hungrig war und nach stundenlangem Getanze die Knochen irgendwie bemerkbar machten. Ich verließ dann das Berghain.

Draußen war der Sommer ausgebrochen….

schön schräg: Ben Klock – red alert auf YouTube