Monatsarchiv: Mai 2011

Vorglühn im vorWien

Richtig – vorglühn: Die letzte Bar, die wir vor einem Clubbesuch freitagnachts noch aufsuchen wollten, war das :vorWien in der Saklitzer Straße 41 und das Thema war Einstimmen und danach in einen Club gehen. Auch hier findet man das typisch zusammen gewürfelte Sperrmöbel–Ambiente mit den gemütlichen durchgesessenen Sofas und Sessels zum Abhängen und neben Kerzen den Lampen aus den Fünfzigern, die ein wenig Nieretischflair in Kombination mit Hippiestyle verbreiten.

Interessant fand ich den Hinterraum, der wirklich was von einem privaten Wohnzimmer hatte. Hier waren allerdings alle Plätze um den langen Tisch besetzt. Jedenfalls sah das wirklich sehr gemütlich und intim aus. Es gibt auch noch eine Art Partykeller. Vor der kleinen Bar befindet sich ein netter Hof, wo im Sommer auch unter freien Himmel tanzen und Party machen angesagt ist. Dieser ist mir noch vor einigen Jahren sehr gut in Erinnerung geblieben.

Es war Winter und deshalb fühlbar leider schlecht beheizt. Der Toilettengeruch des Männerklo erinnerte meine Begleitung dann auch noch an das Clochard in Hamburg auf der Reeperbahn. Nun ja der Rauch hat es überdeckt, denn Raucher sind hier willkommen, was immer ein wenig zwiespältig ist! Musik gab es an dem Abend von David Bowie satt. Elektroklänge hätten mir als Entree für einen Clubbesuch danach eigentlich besser gefallen und deswegen hatte ich dort etwas anderes erwartet. Ich fand es letztlich ein wenig unspektakulär. Vielleicht waren wir auch nur am falschen Tag zur falschen Zeit im vorWien.
Party im Hof, ist glaub ich dann das interessantere Event als das Vorglühn.

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Unterwegs in Kreuzkölln: SilverFuture

Das SilverFuture findet man in Neukölln, genauer gesagt im Reuterkiez, Weserstr. 206 und hat sich  „Kings And Queens And Criminal Queers“ auf die Fahne geschrieben. Zugegeben ich war ein wenig aufgeregt hier hinein zu gehen, weil an der Tür „Gay Bar“ stand und ich befürchtete, dass man beim Eintreten auf irgendeine Weise darauf angesprochen und evtl. zur Tür verwiesen werden könnte. Aber nein, auch als normal aussehende Hetera kann man diese Bar besuchen.

Die Einrichtung ist schon recht typisch für diesen Trashchick, wie man ihn in vielen neuen Bars findet: Ausgessesene Sofas, zusammengewürfeltes Mobiliar, Samt und Glitzer, alles mit etwas Patina in Kombination mit Silberfolie, was schon mal wesentlich schöner ist, als durchgestylte Franchise-Konzeptgastronomie!
Was diese Bar ausmacht ist die Toleranz der Betreiber/Innen und der Gäste und das Wohlfühlambiente für Leute die nonkonform und eher queer&links-alternativ oder homo, hetero, bi oder transgender ausgerichtet sind. Hier finden wohl die Platz und einen Raum und Geselligkeit, die sonst, vor allem im Umfeld vom Reuterkiez vor Jahren in den anderen Kneipen, eben genau um ihrer Bunthaftigkeit wegen Probleme bekommen hätten. Irgendwie sah das Volk hier so „berghainisch“ aus und das hat mir gefallen.

Wegen der hohen Besucherdichte war es uns nicht möglich mehr Bilder zu machen aber man kann es sagen, es ist sehr nett da und es scheint sehr tolerant und angenehm zuzugehen.

Getränkekarte nein, aber nach einem freundlichen Nachfragen gab es ein Buch.

Das SilverFuture hinterlässt den Eindruck von linksalternativer Subkultur mit sehr relaxtem und buntem Publikum.
Wenn ich mich frage, in welcher der Kneipen/Bars/Cafés in Kreuzkölln habe ich mich am wohlsten gefühlt haben, dann war es klar hier.