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Chilliger Sommerabend am Wasser

Wir steuerten das Strandgut an, wobei wir entlang der East Side Gallery kaum zu Fuß weiter kamen und ständig stehen bleiben mussten: Schließlich will man dabei den Touristen ihr Knipsen der East Side Gallery nicht unbedingt stören. Meine Freundin war allerdings ziemlich genervt und äußerte „Oh, hier wird ja ständig fotografiert“.

In letzter Zeit hört und liest man ja immer wieder vom Kiki Blofeld, obwohl dieses Areal schon seit mehreren Jahren besteht. Ich dachte zuerst, da muss man ja auch mal hin, aber nach einem Blick auf deren Seite, konnte ich mir nicht vorstellen, dass es mir gefallen würde: sieht zwar sehr idyllisch gelegen aus, wirkt aber  irgendwie steif, geplant und kalt. Es ist wohl eher eine Anlage mit Tischtennisplatten, Kicker, Billardtisch etc. Musikmäßig scheint eher Soul und Rock gespielt zu werden, was mich nicht gerade anturnt.

Das Hauptpublikum im Strandgut bestand überwiegend aus der Laufkundschaft, die eben noch der East Side Gallery entlang ging, die sich nun endlich die Beine ausstrecken wollten. So schön wie es auch direkt am Wasser liegen mag, fand ich es wenig atmosphärisch und bei mir machte sich so ein Tourigefühl breit. Bald darauf schon verließen wir wieder das Strandgut. Nebenan am Oststrand fand gerade ein Strandvölkerballspiel statt. Na, das ist doch mal eine Abwechslung zu den vielen Beachvolleyballaktionen in der Stadt.

Dann ging es wieder Richtung Oberbaumbrücke, aber dieses Mal direkt am Ufer der Spree und nicht auf  der Mühlenstraße an der East Side Gallery entlang.

Ein echt super schöner Sonnenuntergang im Rücken und vorne eine strahlend glänzende Oberbaumbrücke, ging es dann dort hin wo man Samstagabend nicht hingehen sollte, zum Club der Visionäre (CdV). Diese Location gibt es ja schon mindestens einem gefühlten Jahrzehnt, wenn mich nicht alles täuscht. Ich kann mich jedenfalls erinnern, dass ich vor gut über 10 Jahren mal dort saß und es ziemlich auf den Brettern wackelte. Keine Ahnung, ob es damals auch schon Club der Visionäre hieß? Dass sich hier ein Club so viele Jahre halten kann, kein Wunder bei dieser Lage direkt am Ufer des Flutgrabens. Eine Idylle und das inmitten der Hauptstadt der DDR. Inzwischen heißt es ja, dass der Club der Visionäre eine Touristenhochburg geworden sei. Diese Leute lassen sich eben kaum von den Leuten aus den einschlägigen Clubs unterscheiden. Es ist eben das typische Clubpublikum unter 30 Jahren hier vertreten. Da das Wetter so richtig schön war, wurde es auch voll und voller, so daß die Leute sich auf die Treppe und dem Boden hinfläzten. Ein sehr lauschiger Abend unter bunt angeleuchteten Trauerweiden mit elektronischen Beats im Hintergrund. Es war ein herrlich entspannter Sommerabend. Das Ganze dient als  Samstagabend Warm-Up. Hier habe ich auch schon mal richtige Partys mit sehr guten und namhaften DJs from Dusk till Dawn erlebt.

Ein Video von Berlin Street View zum Flutgraben mit dem Club der Visionäre auf YouTube.

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