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Unterwegs in Kreuzkölln: Café Ringo

Das Café Ringo in der Sanderstraße 2, Neukölln, das unweit des hässlichen Kottbusser Damms liegt, ist im Vergleich zum Raumfahrer an einem Freitagabend gegen 21 Uhr brechend voll. Durch die Fensterfront, die einen guten Einblick in das Café gewährt, sieht man schon von außen das Wohlfühlambiente, was hier durch Schlichtheit d.h. durch Purismus in Gesellschaft mit nettem Publikum erzeugt wird.

Die noch in Teilen funktionsfähige Markise lässt einen deren Abstammung von einem weiland innehabenden Gemüseladen vermuten, was aber nicht unbedingt so sein muss.

Hier treffen sich offensichtlich die Erstsemestler am Nierentischchen im stilvollen Ambiente des 50er-Jahre-Look  zum Kurzumdrunk, Hausarbeiten, Klönschnack oder Wochenausklang. Bestimmt lief im Hintergrund Musik, an die ich mich aber nicht erinnern kann. Diese schien also dezent und unaufdringlich zu sein.

(Man beachte die schicken Hängelampen in verchromter Optik)

Wo sonst meist Trübsinn, Blind- und Taubheit herrscht, deswegen mal ganz besonders betont, gibt es hier ganz im Gegensatz (zumindest an dem Abend) eine sehr nette & aufmerksame Bedienung.

Das Ringo kann definitiv als eine Bereicherung für diese Gegend gesehen werden, da es sich wohltuend von den umliegenden Berliner Ur-Eckkneipen und oder Migrationskulturvereinen abhebt.

Die Innenraumgestaltung mit dem üblichen Ensemble aus Fifties (Nierentische und Trödellampen) hätte auch ein wenig origineller und im Style einzigartiger, kieziger Marke Kreuzkölln sein können, was aber so leider nicht zu finden war. Mich erinnerte es vom Interieur an ein Café der 80er Jahre am Savignyplatz (irgendwie schon leicht stylisch). Zumindest ist es nun für mich eine kleine Wohlfühloase in der ansonsten eher abstoßenden Umgebung des Kottbusser Damm.

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