Archiv der Kategorie: Musikvideo

Licht & Liebe und LEDs

Die Veranstaltungen „Licht & Liebe“ von Lichtpark e. V. sind zwar umsonst, dennoch gibt es so eine Art Türsteher bzw. Taschenkontrolle. Zum einen wird darauf geachtet, dass eine Vermüllung durch mitgebrachte Speisen und Getränke vermieden wird. Zum anderen will man nicht jeden mitfeiern lassen und so hieß es vergangenen Sonntag, als einige Leute vor mir auf das Gelände wollten: „Passt nicht!“ Das ist doch eine sehr direkte, ehrliche und konkrete Aussage.

YouTube-Video von Loerli1:  Open Air „Licht & Liebe“ am 01.08.2010 an der Michaelkirchbrücke

Mich hat es erstaunt, dass LED-Lichter selbst bei solch kleinen Events, eine derartige Verbreitung gefunden haben. Draußen, bei strahlendem Sonnenschein verfehlen sie leider ein wenig an Wirkung.

In der Juli/August-Ausgabe der Groove wird über diesen Trend von LEDs in Clubs berichtet.

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Len Faki im Berghain

Len Faki steht für die kommende „Klubnacht“ am Samstag des Berghains auf dem line-up. Hinter den turntables wird er vermutlich nicht vor Sonntagvormittag stehen. Das klingt sehr vielversprechend und könnte eine gelungene Party werden. Der Wahlberliner, als Resident-Dj des Berghains bekannt, war stets ein Garant für volle Tanzflächen und jubelndes Publikum. Sein Stil ist einfach unverwechselbar, und wie sehr schön auf myspace beschrieben:

“His communicative DJ style makes him a true gentleman behind the turntables, an artist whose sets are passionate, powerful and never committed to one sub genre or style. His fingertips are like sensors on the Richter scale, and anticipating and triggering eruptions on the floor.“

Für das Berghain Label Ostgut Ton produzierte er 2007 u. a. „Mekong Delta“:

Bedways, Berlin Calling, Silvester Countdown…

Mir ist noch ein Film eingefallen, der viel eher die Berliner Szene bzw. einen Teil der Berliner Clubszene widerspiegelt als „Bedways“. In einigen Kritiken über „Bedways“ wurde er u. a. als Film, der im Berliner Underground spielt und ein Berlin-Gefühl vermittelt, vorgestellt. Wenn es aber darum geht, wirklich filmisch in die Berliner Szene einzutauchen, ist „Berlin Calling“ (2008),  sehr zu empfehlen. Er zeigt einen bestimmten Teil der Clubszene in Berlin, wobei bekannte Clubs wie die „Maria“und die „Bar25“ als Drehorte zu sehen sind. Nicht jeder endet irgendwann in der Nervenklinik. Dennoch sind mir einige bekannt, die eine Psychose durchgemacht haben, Suizid begangen haben oder speed-abhängig geworden sind.

Der Soundtrack und einige Tracks mögen vielen Clubgänger schon ein wenig zu schnulzig und zu kitschig angehaucht sein. Das  hängt wieder davon ab, welchem Teil der Clubszene man sich zugehörig fühlt. Ein anderer noch sehr zu empfehlender Film, wenn es um das Beschreiben der Generation Mitte der 90er  in Berlin geht, ist ein älterer Film von Oskar Roehler: „Silvester Countdown“ (1997) .

Türpolitik: Watergate – Tresor

Letztens ging ich mal wieder mit einem Freund aus, mit dem ich seit über 20 Jahren befreundet bin. Wir einigten uns auf das Watergate. Der Türsteher (viell. waren es auch zwei) schaute ein wenig skeptisch. Dann hieß es, ob wir denn wüssten wer auflege. Zum Glück hatte ich zu Hause mir noch am Tage das line-up angeschaut und teilweise habe ich mal reingehört und konnte „Damian Lazarus“ nennen. „Wisst ihr auch was das für eine Musik ist?“ „Na klar, ich war doch schon häufiger hier“ antwortete ich schnell. Dann ließ er uns rein. O. K. ich bin 42 J. und meine Begleitung 48 J. Das ist sicherlich kein übliches Alter um in einem Club zu gehen und entspricht auch nicht dem Durchschnittsalter der Clubgänger.

Sehr schnell wurde es sehr voll. Schön fand ich wieder den Blick auf die Spree mit der Oberbaumbrücke. Oben auf der Tanzfläche war es dann so voll, dass es mit dem Tanzen auch problematisch wurde. Die Musik fand ich sehr interessant, aber viel zu langsam – leider. Das war auch der Grund, warum meine Begleitung gehen wollte und vorschlug noch in den Tresor zu gehen und mich dazu selbstverständlich einzuladen.. Ein wenig blieben wir noch im Watergate, in der Hoffnung das Tempo der Musik würde sich noch verändern. Nach einer Stunde fuhren wir dann in den Tresor. Dort kommen laut ihrer Türpolitik alle Gäste, die einfach “ganz normale” Clubgänger sind, ohne Probleme rein, sofern sie mind. 18 J. alt sind, nicht offensichtlich unter Drogen- und / oder Alkoholeinfluss stehen und keine rassistisch oder rechtextremer Gesinnung haben.
Meinem Eindruck nach, braucht man noch nicht mal ein „ganz normaler“ Clubgänger sein, sondern jeder kommt herein, wenn er mind. 18 J alt,  nicht zu auffällig zugedrogt oder/und zu alkoholisiert erscheint und sich ganz „normal“ an der Tür zu benehmen weiß.

Hier ist der Sound immer sehr angenehm und mir auf Grund meines Alters kenne ich auch noch viele Djs von „früher“, die hier auflegen. Allerdings find ich es von den Leuten her eher uninteressant, sehr jung und die Frauen sehen für mich alle irgendwie ziemlich gleich und uniform aus. Sie tragen häufig irgendwo einen schlabberigen Look. Dazu kommt, dass der Tresor unter „richtigen“ Szenegängern einen schlechten Ruf hat: viele „Brandis“ (=Brandenburger) und ein Rechtsruck sei zu vernehmen.

Dennoch finde ich die Clubbesucher bis hin zum Personal allesamt sehr freundlich.

Sehr interessant: die Regeln für den Einlass in den Club unterscheiden sich von der deutschen und englischen Version. In der englischen Version kommt noch eine Regel hinzu: „those carrying heavy markers intended to deface the club interior walls“, bekommen keinen Einlass.

Hier noch ein YouTube-Video:  „Damian Lazarus @ Watergate“, der dort häufiger auflegt. Zwar kein aktuelles Video. Trotzdem super schöner Sound.

Berghain am 23.05.2010

Nach einiger Zeit war ich mal wieder im Berghain. Wie es sich gehört, geht der Berliner vormittags dort hin. Ich war kurz nach 8 Uhr angekommen. Ungewöhnlich dass um diese Zeit Leute vor der Tür warteten. Viell. auch nicht, denn Ellen Allien stand für diese Zeit auf dem running order.  Dies war für mich auch ein Grund, mal wieder ins Berghain zu gehen. Mich ließ gleich eine Frau vor. Mir war auch sofort klar, warum sie es tat. Ich diente sozusagen als Puffer zwischen ca. zehn Leuten, damit sich diese Gruppe evt. nicht als Tourigruppe outen musste.  Sie bequatschten gerade ob es sinnvoller wäre in Deutsch oder Französisch zu sprechen, um die Einlasschance zu erhöhen. Die Gruppe wurde reingelassen.

Es war einfach eine geniale Party. Frage mich warum ich in letzter Zeit immer so über das Berghain genörgelt habe. Es fehlte mir immer was, konnte es aber nie genau definieren was es war. Mir gefiel der Sound immer nicht so richtig und irgendwie fand ich die Musik sonst immer so langweilig. Es gab irgendwie mir keinen Kick. Meistens wechselte ich dann ständig zwischen Panoramabar und Berghain-dancefloor hin und her. Das war dieses Mal nicht notwendig. Nur Ellen Allien habe ich glatt verpasst. Denn sie legte in der Panoramabar auf und nicht am Berghain-dancefloor, wo ich auf Grund der super guten  Stimmung hängen blieb. Die Leute waren offensichtlich in guter Feierlaune. Die Masse grölte hin und wieder. Die Tanzfläche war für diese Uhrzeit ungewöhnlich gut gefüllt, aber es gab noch genug Platz um sich tanzmäßig zu verausgaben. Die Musik war schön stampfig, bassig und Sound war sehr gut. Ben Klock hat einfach genial aufgelegt.

Hin und wieder trifft man ja auch Leute von „früher“, also Leute die man schon vor 10-20 Jahren irgendwo in den clubs auf der Tanzfläche gesehen hat  So sprach mich jemand an, der sich freute mich wiedererkannt zu haben, auch auf Grund meines Tanzstiles und es hieß u. a. „schön, dass du immer noch dabei bist“. Auch ich habe jemanden wiedererkannt, den ich zuletzt vor 10 Jahren gesehen und gesprochen habe. Wir unterhielten uns längere Zeit an der Bar. Er fand es an diesem Tage auch mal ausnahmsweise und ausgesprochen gut im Berghain.

Nach wie vor und immer noch ist es wohl sehr beliebt Poppers einzuatmen.  So sah ich ständig, Schwule die sich dieses Zeug unter die Nase hielten

Irgendwann (gefühlte 13:30) ließ ich mir von einer Frau die Uhrzeit geben: 16:45! Kein Wunder, dass ich hungrig war und nach stundenlangem Getanze die Knochen irgendwie bemerkbar machten. Ich verließ dann das Berghain.

Draußen war der Sommer ausgebrochen….

schön schräg: Ben Klock – red alert auf YouTube